Eindrücke und Erfahrungen im Ausland

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Auslandspraktikum in Portsmouth

Lukas und ich hatten die Möglichkeit im zweiten Ausbildungslehrjahr unserer kaufmännischen Ausbildung an einem vierwöchigen Auslandspraktikum teilzunehmen. Diese Chance ließen wir uns trotz der Corona Pandemie nicht entgehen und flogen vor rund drei Wochen nach Portsmouth in England.

Mit 3 weiteren Azubis haben wir erst zwei tolle Tage in London verbracht und sind anschließend mit dem Bus nach Portsmouth gefahren. Hier erwarteten uns bereits unsere Gastfamilien. Am Tag danach begrüßte uns die Partnerschule IBD, uns erwartete dort ein „Welcome-talk“ und eine Stadtführung durch Portsmouth. Die Aufregung stieg bei uns allen, da wir Dienstagmorgen zum ersten Mal in einem englischen Unternehmen arbeiten sollten. So war Lukas bei einer sozialen Organisation und ich bei einer Hotelkette.

Jeder einzelne von uns hat auf unterschiedlicher Weise in den Wochen seine Erfahrungen und Ereignisse sammeln können. So könnt Ihr hier die Erfahrungsberichte von Lukas und mir lesen:

Lukas:

Ich war bei einer sozialen Organisation in einem kleinen Teil von Portsmouth untergebracht. Die Mitarbeiter haben sich um die „Community“ gekümmert. Damit meine ich, dass sie sich hauptsächlich mit älteren und einsamen Menschen beschäftigen und hier Hilfe anbieten. Ein weiterer Teil ihrer Arbeit liegt in der Betreuung von Vereinen. Die Mitarbeiter waren sehr freundlich und hilfsbereit und haben mich sehr viel über Deutschland ausgefragt. Interessanterweise verbinden die Engländer Deutschland mit Weihnachtsmärkten und Currywurst.

Meine Gastfamilie lebte in einem Wohngebiet nicht weit entfernt von meinem Gastbetrieb. Der geschiedene Vater lebte mit seiner Lebensgefährtin in einer Doppelhaushälfte. Er hat drei Kinder, die aber nur am Wochenende bei ihm sind. Sie haben einen kleinen Garten und Kaninchen. Ich hatte mein eigenes Zimmer ausgestattet mit einem Schrank, einem Bett und einen Fernseher.

Am ersten Tag im Gastbetrieb wurden mir alle anwesenden Mitarbeiter vorgestellt, die meisten arbeiten leider momentan im Homeoffice. Anschließend wurden mir meine Aufgabenbereiche vorgestellt, worauf am nächsten Tag aber genauer eingegangen werden sollte. Am nächsten Tag war ich gerade bei der Arbeit und habe angefangen einige Dokumente abzulegen, da erreichte mich über die Corona-App die Nachricht, dass ich in den letzten Tagen einen Kontakt zu einem positiv getesteten hatte. Somit musste ich für 11 Tage in Quarantäne. Diese Nachricht hat mich natürlich hart getroffen. Ich musste in einem fremden Land bei fremden Leuten in Quarantäne. Die Tage haben sich sehr lang gezogen und ich habe versucht, die Zeit mit ein wenig Gartenarbeit zu verbringen.

Kurz vor Ende meiner Quarantäne erreichte uns dann die Nachricht, dass Großbritannien ab dem 24.10.2020 zum Risikogebiet erklärt wird. Somit mussten wir das Auslandspraktikum vorzeitig beenden und schnellstmöglich zurück reisen.

Nun sind wir wieder gut in Deutschland angekommen. Meine Englischkenntnisse haben sich durch den täglichen Gebrauch deutlich verbessert.

Es war eine einmalige Erfahrung, vor allem in der Pandemie!

Lea:

Ich war bei einer bekannten Hotelkette im IBIS-Hotel tätig. In der ersten Woche habe ich bei der Frühschicht geholfen, sogar am Wochenende gearbeitet und in der zweiten Woche war ich für die Spätschicht eingeteilt. Das war für mich einerseits ungewohnt, da man arbeiten geht, wenn andere frei haben, andererseits hat es Spaß gemacht und war eine neue Erfahrung für mich. Ich habe einen Einblick an der Rezeption, im Büro und im Service beim Frühstück bekommen. Meine Aufgaben an der Rezeption waren z.B., dass ich die Checkin & Checkouts erledigt habe. Beim Frühstück war ich für den Service zuständig und habe die Bestellungen aufgenommen und das Essen an die Gäste rausgebracht. Im Büro fielen verschiedene Aufgaben an, unteranderem musste ich die Ankünfte der Gäste an dem jeweiligen Tag oder Abreisenden an den Tag überprüfen. Meine Kollegen waren sehr freundlich, haben mich nie alleine gelassen und mir alles genau erklärt.

Am ersten Abend empfingen mich meine Gastmutter und ihre zwei Töchter herzlich und zeigten mir das Haus und mein eigenes Zimmer. Danach haben wir gemeinsam gegessen und alle waren natürlich neugierig wie z.B. das Essen und die aktuelle Situation in Deutschland ist. Mein Arbeitsweg war nur 15 Minuten. von meiner Gastfamilie entfernt und somit konnte ich jeden Tag mit dem Bus zur Arbeit fahren.

Wenn ich nicht arbeiten war habe ich die Zeit genutzt um Portsmouth zu erkunden, um zu shoppen im großem Outlet Center in Portsmouth oder um Winchester, eine andere Stadt in der Nähe von Portsmouth, zu besichtigen. Außerdem haben wir uns regelmäßig mit den anderen Azubis aus der Gruppe getroffen, waren im Pub, haben die typische Tea-time gekostet oder andere Dinge unternommen.

Trotz in der kurzen Zeit, die wir da waren habe ich mein Englisch verbessern können und mich selber bewiesen in einem anderen Land mit anderer Kultur zu arbeiten.

Ich würde es jedem empfehlen, der diese Möglichkeit bekommt und es selber jederzeit wieder machen.

Nach zwei Wochen hießt es dann aber leider wieder Abschied nehmen, die Pandemie hatte uns dann doch schneller eingeholt als geplant und wir mussten nach einigen mehr oder weniger schönen 2 Wochen in England die Rückreise nach Deutschland antreten.

 

Lukas Kremer, Industriekauffmann (2.Lehrjahr)

Lea Siepe, Industriekauffrau (2.Lehrjahr)